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Espace, 8. August 2005 «Es soll ein guter Fotoroman sein» Gespannt hat man in Locarno auf Samirs «Snow White» gewartet. Die Premiere hat Buhrufe und Applaus provoziert. Obs für einen Leoparden reichen wird, zeigt sich allerdings erst Ende Woche. «Wir wollten keinen Ovomaltine-Suisse-Film drehen.» Mit Ovomaltine hat «Snow White» des Zürcher Regisseurs Samir in der Tat wenig zu tun. Selbst wenn die beiden Hauptdarsteller am Ende des Filmes zweifellos eine brauche könnten. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück nach Locarno: Hier hatte das Spannung erwatete Werk gestern Premiere, die Medien konnten «Snow White» bereits am Samstag sehen. Und die Reaktionen auf den einzigen Schweizer Beitrag im Internationalen Wettbewerb waren geteilt - am Ende gab es Buhrufe und Applaus. Für Samir ist das ein gutes Zeichen - eben, keine Ovomaltine möchte der 50-jährige produzieren, sondern einen Film, «der provoziert, Diskussionen auslöst», wie er gestern an der Medienkonferez zu «Snow White» erklärte. Liebe verbindet Welten «Snow White» erzählt die Geschichte der 21-jährigen Nico, einer meist mit Kokain vollgepumpten Goldküsten-Tochter, die sich in den politisch engagierten Genfer Rapper Paco verliebt. Die Liebe verändert das Leben von beiden - was märchenhaft beginnt, wird zum Albtraum und endet - im Märchen? Samir und seine Produzentin Susann Rüdlinger haben eine bemerkenswerte Crew für den Film engagiert. Das Drehbuch schrieb der Regisseur gemeinsam mit dem «Achtung, Fertig, Charlie!"-Autor Michael Sauter. Den charismatischen Rapper Paco spielt Carlos Leal, Sänger der Hip-Hopper Sens Unik, die vor drei Tagen, wie Leal in Locarno erklärte, ihr letztes Konzert gegeben haben. In Zukunft will der 36-jährige in erster Linie als Schauspieler arbeiten: «Ich träume jeden Tag davon». Bereits wieder engagiert ist die 23-jährige Französin Julie Fournier, welche Nico verkörpert und nicht nach Locarno reisen konnte - sie dreht momentan mit Gérard Dépardieu einen neuen Film. Leal und Fournier sind zweifellos eine Entdeckung - ihre Chemie stimmt oder besser ihr gemeinsamer Sound. Denn Musik spielt in «Snow White» eine wichtige Rolle - und nicht nur wegen Rapper Paco, sondern weil für Samir «Film mehr mir Musik als mit Literatur und Theater» zu tun hat. Grossstadt-Fabel Die Musik und die kaleidoskopischen Bilder verwandeln «Snow White» in eine zweisprachige Grossstadt-Fabel, das bestimmt vor allem jüngeres Publikum begeistern kann. Und all jene Menschen, die wunderbar inszenierte, romantische Momente lieben. Die Frage, ob er eigentlich einen Fotoroman habe drehen wollen, erwiderte Regisseur Samir gestern lakonisch: «Ja, aber einen guten.» Für wie gut die Jury den Schweizer Locarno-Beitrag hält, wird sich erst Ende Woche zeigen; bislang ist «Snow White», der am 1.September in den Kinos startet, einer der spannendsten Wettbewerbsfilme - darauf kann Samir ruhig eine Ovomaltine trinken. Von Madeleine Corbat |
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| Last update: 20.01.2006, Dschoint Ventschr Filmproduktion | |||