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Sonntagsblick, 14. August 2005 Samirs Film - viel Schnee um nichts Festival-Bilanz: Zwei kleine Preise für Schweizer Filme gabs am Filmfestival von Locarno. Samirs «Snow White» wirbelte viel Staub auf, aber ging leer aus. Mir ist viel wichtiger, dass das Publikum meinen Film mag - Preise sind da eher sekundär, sagte Samir (50) nach Bekanntgabe der Gewinner der Leoparden gestern Abend zum SonntagsBlick. Samirs «Snow White» ist ein rasantes Liebesdrama für ein junges Publikum. Eine Tochter aus der Zürcher Kokain-Schickeria trifft auf einen Lausanner Rapper aus dem Arbeitermilieu. Der Film ist tatsächlich begehrt und sorgte für Skandälchen am Festival: Bei der Locarno-Premiere wurden 300 Eintrittswillige aus Platzmangel abgewiesen, bei der Zweitvisionierung gabs gar eine Prügelei. Samirs Darsteller - der Sens-Unik-Rapper Carlos Leal und die Französin Julie Fournier - erhielten in der Presse einheliges Lob. «Es ist für mich eine Auszeichnung, in den Wettbewerb um den Goldenen Leoparden aufgenommen zu werden» , zog Samir persönliche Bilanz. Tränen für den Film Montag, 8.8.: Wecker um 8 Uhr. Brutal, nachdem ich tags zuvor in Locarno die Welturaufführung meines Spielfilms «Snow White» hatte, inklusive Premiereparty im «Grand Hotel» mit Champagner-Absturz. Beim Frühstück erreichen mich erboste SMS von Freunden, die an der Kasse abgewiesen wurden, obwohl das Festivalkino 3000 Plätze fasst. Ansonsten: Essen mit der scheidenden Festival-Direktorin Irene Bignardi und Interviews am laufenden Band. Dienstag, 9.8: Den ganzen Tag Interviews, während die Freunde in der Maggia rumplätschern. Abendessen mit der Crew in einem Grotto. Hauptdarsteller Carlos Leal und Fotomodell Zoé Miku, welche die zweite Hauptrolle spielt, verdrehen den Gästen die Köpfe. Es wird wieder spät, weil im «Grand Hotel» noch Party ist. Mittwoch, 10.8: Nach Zug zum Openair-Kino. Organisator Bruno Ulrich ist happy, weil endlich mal ein Schweizer Film ausverkauft ist (900 Leute!). Habe Angstschweiss, weil das Publikum den Film mucksmäuschenstill anguckt. Am Ende aber Erleichterung, als das Publikum applaudiert und vielen von uns die Hand schütteln will. Donnerstag, 11.8: Bereits um 8.30 Uhr das erste Radiointerview: ziemlich komatös. Als Präsident des Vereins Migrationsmuseums darf ich eine Rede vorbereiten für die Vernissage der Ausstellung «Baustelle Schweiz». Abends mit Frau und Kind zur Vorpremiere von «Snow White» im Zürcher Kino am See. Schön: Am Schluss heulen neben mir alle Zuschauerinnen... Freitag, 12.8.: Ausschlafen. Ich packe Windeln und Badehose ein, und ab gehts mit Frau und Kind nach Locarno. Auch abends kein Telefon vom Film-Festival. Also gibts wohl keinen Preis für «Snow White». Ist okay - ich weiss, dass das Publikum den Film mag. Samstag, 13.8.: Ruhiges Frühstück im Hotel «La Palma». Immer noch kein Telefon vom Festival. Ich freue mich auf ein ruhiges Wochenende mit meiner Tochter Selma und meiner Frau Stina im Maggiatal. Von Mathias Haehl |
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| Last update: 20.01.2006, Dschoint Ventschr Filmproduktion | |||